Bürgermeisterwahl 2021

Am 13. Juni wählt Malsch einen neuen Bürgermeister. Um die Übereinstimmung von Zielen der Fraktion BfU/Grüne mit denen der jeweiligen Kandidaten zu überprüfen, hat die Fraktion Wahlprüfsteine formuliert und einen Fragebogen entwickelt.

Hier die Synopse der Fraktion:

Wer soll Bürgermeister von Malsch werden? (Veröffentlicht im GA am 27.05.21)

Wir als Fraktion „Bürgerliste für Umweltschutz/Grüne“ im Malscher Gemeinderat haben keinen eigenen Kandidaten für die Wahl des Bürgermeisters aufgestellt und unterstützen keinen der aktuellen Bewerber uneingeschränkt. Um trotzdem zu sehen, welcher der drei ernstzunehmenden Kandidaten unsere Themen am besten vertritt, haben wir mit ihnen Gespräche geführt und jedem einen Fragebogen zugeschickt, in dem wir für uns wichtige Fragen exemplarisch zusammengefasst haben. Für die Bearbeitung und Rückgabe der Fragebögen möchten wir uns bei allen Kandidaten herzlich bedanken.

Die Fragen decken wichtige Zukunftsthemen für Malsch ab. Unsere Bewertung der Antworten möchten wir im Folgenden kurz zusammenfassen. Wichtig war uns bei der Bewertung, ob die Kandidaten eigene Ideen entwickeln und ob sie zeigen, inwieweit sie sich mit den Themen beschäftigt haben.

Zum Thema Klimaschutz stellen sich alle Kandidaten hinter das Ziel, Malsch bis 2035 zu einer klimaneutralen Kommune zu machen. Was die kreativen und umsetzbaren Ideen angeht, schneiden Herr Himmel und Herr Scharer in etwa gleich ab, während Herr Bechler (nachfolgend lassen wir der einfacheren Lesbarkeit halber das „Herr“ weg) etwas einseitig auf Fotovoltaik und eingeleitete Verfahren des Landkreises setzt. Allen Kandidaten ist jedoch klar, dass sich in den großen Bereichen Stromgewinnung, Wärme und Mobilität hin zu mehr Klimaneutralität in Malsch noch mehr tun muss.

Zum Thema Naturschutz liegen die Kandidaten nah beisammen, mit leichtem Vorteil Himmel. Alle sind für ein Pestizidverbot auf Kommunalen Flächen und können sich zum Schutz unserer herrlichen Streuobstlandschaft ein Landschaftsschutzgebiet zwischen Malsch und Waldprechtsweier vorstellen (Bechler mit Vorbehalten). Bei unserem Ziel der Wiedervernässung des Bruchs als wichtige Feuchtgebietsfläche und CO2-Senke hat Scharer die stärksten Bedenken geäußert.

Beim Thema Mobilität zeigt ebenfalls Himmel die größte Übereinstimmung mit unseren Zielen. Gefolgt von Scharer. Beide wollen mehr in die Bereiche ÖPNV, Elektromobilität und bessere Radwege investieren. Hier gibt es auch Übereinstimmungen mit Bechler. Knackpunkt ist der Autobahnanschluss und mögliche Umgehungsstraßen, die wir aufgrund des Flächenverbrauchs und des erhöhten Verkehrsaufkommens klar ablehnen. Hier liegt vor allem Bechler ganz und gar nicht auf unserer Linie und verfolgt die Politik, dem Kfz-Verkehr weiter mehr Raum zu geben. Himmel und Scharer sind da zurückhaltender.

Das Thema Bauen und Wohnen im Konflikt mit dem Flächenschutz geht deutlich an Scharer, da er insbesondere unsere Ideen für einen attraktiven und lebenswerten Ort teilt. Man sieht an den Antworten sehr schön, wie schwer es ist, im Spannungsfeld zwischen Bedarf an Wohnraum und dem Schutz der Flächen einen guten Weg zu finden.

Alle Kandidaten sprechen sich für neue Baugebiete aus. Himmel mahnt hier einen Kompromiss an, Bechler setzt zusätzlich auf vermehrte private Vermietung und Scharer wie Himmel sehen ein Defizit an bezahlbarem Wohnraum.

Beim Thema Bürger*innen-Beteiligung liefert Scharer überzeugendere Antworten als seine Mitbewerber.

Zur Frage, wie der Zusammenhalt und die Teilhabe in einer weltoffenen Gesellschaft gefördert werden kann, fielen die Antworten leider insgesamt eher knapp und wenig innovativ aus. Am ehesten passen hier die Antworten von Himmel zu unseren eigenen Vorstellungen.

Beim Engagement für Kultur, Bildung und Erziehung punktet Himmel, wobei die Antworten von Scharer mit etwa der gleichen Übereinstimmung mit unseren Vorstellungen bewertet werden. Während Himmel die Betreuungseinrichtungen in Malsch sehr gut aufgestellt sieht, peilt Scharer einige strukturelle Veränderungen an. Alle Bewerber wollen weiter Vereinsförderung betreiben, machen aber sonst keine Vorschläge für anderweitige Kulturförderung.

Am Ende haben wir noch gefragt wo Malsch in 8 Jahren steht. Hier kommen uns die Vorstellungen von Himmel wieder am nächsten, da er die konkretesten Ziele benennt, die in den nächsten Jahren angepackt oder vollendet werden müssen.

Wer die vollständigen Antworten und auch unsere Ziele nachlesen möchte, kann sie auf unserer Homepage einsehen (https://bfu-grüne.de).

Insgesamt können wir die größte Übereinstimmung mit unseren Zielen bei Kandidat Himmel, gefolgt von Scharer und mit schon deutlicherem Abstand Bechler feststellen.

Grundsätzlich ist es positiv zu werten, dass alle Kandidaten sich wichtige Zukunftsthemen zu eigen machen, mal mehr mal weniger. Wir werden den zukünftigen Bürgermeister immer mal wieder an seine Aussagen erinnern und so versuchen, Malsch auf dem Weg zu einer lebenswerteren und nachhaltigeren Kommune voranzubringen.

Trotz der Kontaktbeschränkungen möchten wir alle Wähler*innen bitten, die Angebote der Kandidaten zur Kontaktaufnahme zu nutzen, um sich ein eigenes Bild zu machen. Außerdem dürften die Kandidatenvorstellungen in Malsch und allen Teilorten in der Woche vor der Wahl eine gute Gelegenheit dazu darstellen mehr über die Bewerber zu erfahren. Mitschnitte davon werden noch bis zum Wahlsonntag auf der Gemeinde Internetseite verfügbar sein.

Fraktion BfU/Grüne im Mai 2021

Die Fragebögen finden Sie hier:

Fragebogen Markus Bechler

Fragebogen Elmar Himmel

Fragebogen Wolfgang Scharer

Die Wahlprüfsteine finden Sie hier:

Wahlprüfsteine

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