Die Artenvielfalt ist weltweit unter enormen Druck. Bei uns macht sich das besonders bei den Insekten und in der Folge auch bei den Vögeln, Amphibien und Reptilien bemerkbar. Eine Kommune kann viel tun, um den Rückgang der Artenvielfalt aufzuhalten, z.B. indem sie die kommunalen Flächen so ausstattet, dass die genannten Tiergruppen hier Nahrung und Entwicklungsmöglichkeiten finden können. Unter diesem Aspekt nahm der BUND Mittleres Albtal zusammen mit der Gartenfachplanerin, Michaela Senk, den Friedhof Reichenbach in Augenschein. Aus dem Beirat für nachhaltige Entwicklung und Agenda 21 nahmen die Mitglieder Manfred Müller, Martina Schmidt-Schüssler, Désirée Fuchs und Karola Keitel an diesem Ortstermin teil. Über die Ergebnisse, die Michaela Senk in einem Protokoll festgehalten hatte, berichtete Karola Keitel sehr überzeugend und anschaulich im Beirat für nachhaltige Entwicklung und Agenda 21 am 15.07.26.
Deutlich wurde dabei, dass es in den äußeren Bereichen ältere Bäume und hohe Sträucher heimischer Arten gibt, im Mittelteil des Friedhofs aber Schnitthecken dominieren, die aufwendig gepflegt werden müssen. In diesem Teil ist der Friedhof sehr artenarm. Die Aufenthaltsqualität lässt zu wünschen übrig, da es auch kaum Schatten gibt, was gerade in der derzeitigen Sommerhitze heraussticht.
Als Lösung wurde der sukzessive Ersatz der Schnitthecken durch Sträucher mit Blüten und Früchten und anstelle der abgängigen Thujahecke eine berankte Pergola mit Bänken vorgeschlagen. Außerdem sollten Pflanzquartiere für größere Bäume identifiziert und genutzt werden. Für die Anreicherung der artenarmen Wiese beim Almenweg könnte durch streifenweise Einsaat von Blühkräutern eine Belebung erreicht werden. Die Berankung des Glockenturms und die Anlage eines Waldgartens im derzeit frei geräumten Teil des Friedhofs standen ebenso auf der Liste. Beete sollten mit Stauden bestückt werden, die Nahrung für Insekten bieten und wo immer möglich sollten Flächen entsiegelt werden.
Zum weiteren Vorgehen empfahl der Beirat einstimmig, dass die Verwaltung unter Einbeziehung des Friedhofamts ein Maßnahmenkonzept erstellt und dieses anschließend im AUT beraten wird und die Überlegungen auch auf die anderen Friedhöfe in Waldbronn übertragen werden.


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