Anpassung kommunaler Gebäude an den Klimawandel – Hitzeschutz für Schulen, Kindergärten und weitere öffentliche Einrichtungen, Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

In der Sitzung des Waldbronner Gemeinderates am 22.07.2026 stellte unsere Fraktion folgenden Antrag zur Abstimmung, der einstimmig von den Mitgliedern des Gemeinderates verabschiedet wurde.

Beschlussvorschlag

Die Verwaltung wird beauftragt,

1. ein kommunales Hitzeschutzkonzept für sämtliche kommunalen Gebäude zu erarbeiten. Dabei sind alle Gebäude hinsichtlich ihrer sommerlichen Wärmebelastung zu bewerten und Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels vorzuschlagen. Hierbei sind insbesondere passive Maßnahmen wie außenliegende Verschattung, Sonnenschutz, Dach- und Fassadenbegrünung, Nachtlüftung sowie – sofern diese nicht ausreichen – der Einsatz energieeffizienter Kühltechnik zu prüfen.

2. Schulen, Kindergärten, Kindertagesstätten und Schülerhorte aufgrund ihrer besonderen Schutzbedürftigkeit prioritär zu behandeln. Für diese Einrichtungen ist kurzfristig ein Maßnahmenplan mit Zeit- und Kostenübersicht vorzulegen. Insbesondere sind:

· ausreichende Beschattungsmöglichkeiten an Gebäuden und auf Außenflächen zu schaffen,

· hitzebelastete Aufenthalts- und Gruppenräume schrittweise mit geeigneten Kühlsystemen auszustatten,

· Trinkwasserversorgung und Aufenthaltsqualität während Hitzeperioden sicherzustellen.

3. bei allen geplanten Neubauten sowie größeren Sanierungen – insbesondere den Projekten in Rück II und Etzenrot – den sommerlichen Wärmeschutz als verbindlichen Planungsbestandteil vorzusehen. Soweit bislang keine ausreichenden Kühl- oder Hitzeschutzmaßnahmen eingeplant sind, ist die Planung entsprechend anzupassen.

4. dem Gemeinderat bis spätestens zum ersten Quartal 2027 einen Bericht mit Priorisierung, Kostenabschätzung, Fördermöglichkeiten und einem Umsetzungsfahrplan vorzulegen.

Begründung

Die zunehmenden Hitzewellen zeigen deutlich, dass viele kommunale Gebäude nicht ausreichend an die Folgen des Klimawandels angepasst sind. Gerade in Schulen, Kindergärten, Kindertagesstätten und Schülerhorten werden mittlerweile Raumtemperaturen erreicht, die ein konzentriertes Lernen und Arbeiten erheblich erschweren und gesundheitliche Risiken darstellen. Auch in Waldbronn mussten aufgrund der extremen Temperaturen bereits Betreuungszeiten reduziert werden. Dies kann jedoch keine dauerhafte Lösung sein. Der Bildungs- und

Betreuungsauftrag der Gemeinde muss auch während zunehmender Hitzeperioden zuverlässig erfüllt werden können.

Besonders besorgniserregend ist, dass uns bereits ein Fall bekannt ist, bei dem ein Kind während der Vormittagsbetreuung einen Hitzeschlag erlitt. Kinder gehören zu den besonders vulnerablen Gruppen und benötigen deshalb einen besonderen Schutz vor den Auswirkungen extremer Hitze.

Hitze ist längst kein Ausnahmeereignis mehr, sondern eine der unmittelbarsten Folgen des Klimawandels. Kommunale Gebäude müssen deshalb ebenso selbstverständlich auf hohe Temperaturen ausgelegt werden wie auf winterliche Kälte. Für Neubauten gilt: Es wäre weder wirtschaftlich noch nachhaltig, Gebäude zu errichten, die bereits wenige Jahre nach ihrer Fertigstellung kostenintensiv nachgerüstet werden müssen. Deshalb müssen die besonderen Anforderungen durch den Klimawandel verbindlich in die Planung neuer kommunaler Gebäude einfließen.

Mit diesem Antrag soll sichergestellt werden, dass Waldbronn seine kommunalen Einrichtungen schrittweise an die veränderten klimatischen Bedingungen anpasst und insbesondere Kindern, Jugendlichen sowie den Beschäftigten sichere und gesundheitlich verträgliche Lern- und Arbeitsbedingungen bietet.

Unser Antrag im Wortlaut

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