Ettlinger Wahlkampf in Zeiten von Corona

Die Erfahrung von heute in einem Wort zusammengefasst: Kontrovers.

Wir – der Stadtverband Ettlingen – haben lange überlegt ob und in welcher Form wir den klassischen Wahlkampf mit Wahlkampfständen durchführen können. Klar war für uns, dass wir nur mit strenger Beachtung der Hygieneregeln und einem minimalen Team (zwei Personen) einen Wahlkampfstand aufbauen. Hier ein kleiner Bericht von den höchst interessanten Begegnungen am neuen Markt:

Insgesamt war vergleichsweise wenig in der Stadt los – was durch die geschlossenen Geschäfte im Lockdown nicht wirklich überraschend war. Dennoch waren wir nicht die einzigen „Dauergäste“ auf dem neuen Markt neben den Ordnungshütern war auch die AfD mit einem Wahlkampfstand anwesend. Zurückhaltung, die von anderen Parteien geübt wurde und die wir nachvollziehen können, hat die AfD nicht walten lassen. Mit recht großem Pavillon, acht Helfern und auch mindestens einer Wahlkämpferin, die ohne Mund-Nase-Bedeckung auf Menschen zuging, wurden hier die Grenzen des Erlaubten ausgereizt und die Grenzen des Erträglichen deutlich überschritten.

Die Reaktionen der BürgerInnen und die Gespräche haben gezeigt, dass die Stimmung rund um Klima- und Umweltpolitik uns bestärkt in die Zukunft blicken lassen. Die aktuelle Situation in der Pandemie überstrahlt aber alle anderen Themen – und die Diskussionen sind sehr schnell emotional. Diese aufgeheizte Atmosphäre hat man auch heute spüren können als den acht AfD Wahlkämpfern zehn Aktivsten mit Transparenten gegenüberstanden.

Besonders eindrucksvoll war der Kommentar einer Bürgerin, die sich sichtlich gefreut hat, dass wir als Grüne anwesend waren. Der Auftritt der AfD und deren Anhänger wirkte auf manche Menschen sehr einschüchternd. Im nachhinein muss konstatiert werden, dass es eine gute Entscheidung war das Feld des Straßenwahlkampfs nicht den Rechten zu überlassen. Wir haben Flagge gezeigt – unaufdringlich, aber mit klarer Botschaft. Wir sind hier! Und wir gehen auch nicht weg! Vielleicht fühlen sich die anderen demokratischen Kräfte in der Stadt nun ermutigt hinzuzukommen.

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