Der neue Entwurf des Lärmaktionsplans zeigt klar: Der Autobahnlärm der A 5 stellt weiterhin eine erhebliche und dauerhafte Belastung für den Norden von Malsch dar. Die Lärmkarten weisen in Malsch Nord deutlich erhöhte Pegel über den Empfehlungen der WHO (60 dB(A) Tag / 50 dB(A) Nacht) aus. Die Gemeinde ist hier rechtlich nicht zuständig – dennoch halten wir es für wichtig, dass sich Malsch aktiv an das Regierungspräsidium Karlsruhe und die Autobahn GmbH wendet, um wirksame aktive Lärmschutzmaßnahmen wie Temporeduktion oder lärmarme Beläge anzuregen.
Im kommunalen Bereich begrüßen wir, dass der Lärmaktionsplan verschiedene Maßnahmen detailliert geprüft hat. Insbesondere die Analyse der stark belasteten Straßen – etwa in der Sézanner Straße, Beethovenstraße, dem Straßenzug Adlerstraße/Waldprechtstraße sowie in den Ortsdurchfahrten in Waldprechtsweier – zeigt, dass hier hohe Lärmbelastungen bestehen. Der Plan stuft daher alle diese Bereiche als Lärmschwerpunkte ein, da vielfach Beurteilungspegel ab 65 dB(A) tags bzw. 55 dB(A) nachts überschritten werden.
Die Gemeinde hat für diese Bereiche zu Recht Geschwindigkeitsbeschränkungen auf 30 km/h prüfen lassen. Die Wirkungsanalysen zeigen, dass Tempo 30 die wirksamste kurzfristige Maßnahme zur Entlastung der Anwohnerinnen und Anwohner ist und gleichzeitig kostengünstig umgesetzt werden kann – im Gegensatz zu teuren baulichen Maßnahmen. Zudem erhöht eine einheitliche Regelung die Verkehrssicherheit und verbessert den Verkehrsfluss.
Für Straßen, in denen Tempo 30 bereits gilt (z. B. Beethovenstraße, Talstraße), empfiehlt der Maßnahmenplan zusätzliche bauliche Lärmschutzmaßnahmen, etwa lärmmindernde Fahrbahnbeläge oder – wo nötig – passive Schutzmaßnahmen wie Schallschutzfenster.
Wir begrüßen daher das vorgeschlagene Maßnahmenpaket ausdrücklich. Gleichzeitig regen wir an, ergänzend auch nächtliche LKW-Durchfahrtsbeschränkungen für besonders belastete Ortsdurchfahrten wie die L 607 und L 608 zu prüfen, um die Nachtruhe weiter zu verbessern. Der Maßnahmenplan geht in die richtige Richtung. Die Gemeinde nutzt ihre Spielräume sinnvoll aus – doch zugleich bleibt klar: Für eine Verbesserung der Situation entlang der A 5 wird weiterhin eine enge Abstimmung mit den zuständigen Landes- und Bundesbehörden erforderlich sein.
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