Parkraumkonzept Waldbronn: Miteinander reden bevor es knirscht

Zum Parkraumkonzept in Etzenrot ist im Gemeinderat und in den Fraktionsberichten im Amtsblatt viel gesagt und geschrieben worden. Alle Fraktionen sind sich im Grundsatz einig: Das Konzept wird fortgeführt, vor Ort wird nachgebessert, wo es sinnvoll und möglich ist, und die Kommunikation muss früher beginnen und besser werden. Die Betroffenen sollen frühzeitig beteiligt werden.

Daraus ergeben sich die Fragen: Wie kann das gelingen? Wie finden Verwaltung und Bürgerschaft zueinander? Und wer ist beim Thema Information in der Pflicht?

Aus unserer Sicht trägt die Verwaltung eine Bringschuld. Konkret heißt das: Sie muss die Menschen erreichen, bevor Markierungen auf der Straße sind, verständlich und begründet. Zwar informiert die Gemeinde über viele Wege, doch die Diskussion zeigt, dass das nicht bei allen ankommt. Gerade wenn sich etwas direkt vor der eigenen Haustür ändert, braucht es Ansprache vor Ort, Anliegerinformationen und die Bereitschaft, Rückmeldungen ernsthaft aufzunehmen.

Zugleich haben auch die Bürgerinnen und Bürger eine Holschuld. Sich über Amtsblatt, Soziale Medien, die Homepage der Gemeinde, öffentliche Aushänge oder die Tageszeitung zu informieren, gehört dazu. Denn Bürgerbeteiligung ist keine Einbahnstraße. Waldbronn bietet viele Möglichkeiten, sich einzubringen: Verkehrsspaziergänge, das persönliche Gespräch mit Bürgermeister und Verwaltung (z. B. auf der Babbelbank) und größere Formate wie den Leitbildprozess Waldbronn 2035+. Wir wünschen uns, dass mehr Menschen diese Angebote nutzen, Interesse zeigen und mitgestalten, und zwar frühzeitig und nicht erst, wenn eine Entscheidung gefallen oder eine Maßnahme umgesetzt ist. Wer früh mitredet, kann Lösungen beeinflussen. Kritik im Nachhinein ist berechtigt und wichtig, sie wirkt aber am besten als Angebot zum Dialog.

Dazu gehört, auch die Sicht der anderen mitzudenken. Der öffentliche Raum gehört allen: den Fußgängern, den Radfahrenden, Familien mit Kinderwagen, Menschen mit Rollator, dem Bus, der Feuerwehr, der Müllabfuhr, dem Gewerbe und den Anwohnern. Der verständliche Wunsch, möglichst nah am eigenen Haus zu parken, steht manchmal im Spannungsverhältnis zu diesen Ansprüchen. Das ist kein Vorwurf an Einzelne, sondern eine Aufgabe, die wir nur gemeinsam lösen können. Das gelingt, wenn alle Seiten zuhören und bereit sind, eigene Interessen auch ein Stück weit zurückzustellen.

Zu guter Letzt: Ein grundsätzlich richtiges Konzept braucht mehr Dialog und an den richtigen Stellen mehr Augenmaß, von der Verwaltung ebenso wie von uns allen. Gelingt das, reden wir am Ende weniger über Striche auf der Straße und mehr über gute Lösungen für Waldbronn.

Artikel kommentieren

Artikel kommentieren