Aus dem Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) Waldbronn:

Photovoltaik auf kommunalen Dächern konsequent ausbauen

Die Sitzung des AUT am 16. September befasste sich unter anderem mit dem Ausbau von Photovoltaikanlagen auf den Dächern unserer kommunalen Liegenschaften. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen begrüßt dies. Die vorhandenen Potenziale auf unseren Dächern sollten konsequent genutzt werden. Mit der Klimaschutzstrategie „zeozweifrei 2035“ hat sich der Landkreis Karlsruhe ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Auch unsere Gemeinde hat sich bereits 2020 mit dem Beitritt zum Klimaschutzpakt Baden-Württemberg auf den Weg gemacht, die eigene Verwaltung klimaneutral auszurichten. Der Ausbau erneuerbarer Energien auf gemeindeeigenen Gebäuden ist dabei ein wichtiger Baustein. Die Untersuchung durch die Umwelt- und Energieagentur des Landkreises Karlsruhe schafft hierfür eine fundierte Grundlage. Insgesamt wurden 15 kommunale Liegenschaften hinsichtlich ihres Potenzials für Photovoltaik betrachtet – darunter Rathaus, Freibad, Schulen, Feuerwehr, Kurhaus, Kindergärten und Festhalle. Die Ergebnisse zeigen: Photovoltaik auf geeigneten kommunalen Dächern kann nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll sein. Es ist davon aus auszugehen, dass der Stromverbrauch mittel- bis langfristig weiter steigen wird, der Ausbau unserer kommunalen Gebäude mit Photovoltaikanlagen und Stromspeichern wird sich, so die Aussage der Fachbehörden schon nach wenigen Jahren amortisieren. Auch die Umsetzung einzelner Anlagen über eine Bürgerenergiegenossenschaft kann Vorteile bieten. Sie ermöglicht Bürgerinnen und Bürgern eine direkte Beteiligung an der Energiewende und kann zugleich den kommunalen Haushalt bei den notwendigen Anfangsinvestitionen entlasten. Aus Sicht unserer Fraktion sollte jedoch genau geprüft werden, ob dies bei wirtschaftlich attraktiven kommunalen Dachflächen tatsächlich die beste Lösung für die Gemeinde ist. Wo es die finanziellen Möglichkeiten zulassen, halten wir es für sinnvoller, wenn die Kommune selbst investiert und Eigentümerin der Anlagen bleibt. Denn dann verbleiben auch die wirtschaftlichen Vorteile vollständig bei der Gemeinde, nämlich die eingesparten Strombezugskosten, Einnahmen aus der Einspeisung und die Erträge über die lange Lebensdauer der Anlagen kommen unmittelbar dem kommunalen Haushalt und damit letztlich allen Bürgerinnen und Bürgern zugute. Natürlich müssen Statik, Netzanschluss, Finanzierung und Wirtschaftlichkeit für jedes Gebäude geprüft werden. Wo die Voraussetzungen stimmen, sollten wir jedoch zügig handeln und geeignete Dachflächen Schritt für Schritt erschließen. Für uns gilt daher: Bürgerenergiegenossenschaften sind ein wertvoller Bestandteil der Energiewende. Bei wirtschaftlich tragfähigen Anlagen auf eigenen kommunalen Gebäuden sollte die Gemeinde aber vorrangig prüfen, ob sie Investition und Betrieb selbst übernehmen kann. So verbinden wir Klimaschutz mit einer langfristig wirtschaftlichen und nachhaltigen Nutzung unseres kommunalen Eigentums. Wir werden uns dafür einsetzen, die finanziellen Mittel für den Ausbau bereitzustellen.

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