Krähen in der Stuttgarter Straße Waldbronn

Krähen sind ausgesprochen intelligente Vögel. Sie werfen Nüsse auf die Straße, damit die Autos diese für sie knacken und sie sind im Stande wie höher entwickelte Säugetiere Werkzeuge zu benutzen. Normalerweise brüten sie in der Feldflur. Hier finden sie auch ihre Nahrung, die aus Bodentieren – vom Regenwurm bis zur Wühlmaus – sowie aus Samen und Keimlingen besteht. Mangels geeigneter hoher Feldgehölze und aufgrund von Bejagung ziehen sie nun vermehrt in die Siedlungen. Die großen Platanen in der Stuttgarter Straße  bieten den Krähen sehr gute Nistmöglichkeiten, außerdem sind sie hier  – und das wissen die Tiere ganz genau –  vor Greifvögeln geschützt. Aus Sicht der Krähen also ideal, da nehmen sie denn auch die Störungen durch Menschen und den Straßenverkehr in Kauf. Verständlicherweise wird dieses Verhalten von den betroffenen Anwohnern der Stuttgarter Straße alles andere als positiv bewertet, denn die Krähen machen in den Monaten von März bis Juni Lärm (vom frühen Morgen bis in den späten Abend) und ihre Hinterlassenschaften verschmutzen Autos und Gehwege. Abhilfe ist allerdings nicht in Sicht, wie es Samuel Schöpfle der Leiter unserer Gemeindegärtnerei formulierte. Das Naturschutzgesetz (§44 BNatschG) verbietet es, Fortpflanzungsstätten besonders geschützter Arten – und dazu gehören auch die Krähen – zu beeinträchtigen. Die baumpflegerischen Maßnahmen an den Bäumen seien bereits ausgeschöpft, so Samuel Schöpfle.  Den Vorschlag, die noch nicht mit Krähennestern besetzten Platanen zu fällen, sehen wir Grünen kritisch. Schließlich sind die Bäume gut gewachsenen und tragen mit ihrem Blätterwerk im Sommer zu einem erträglichen Klima bei. Bis ein neu gepflanzter junger Baum diese Aufgaben übernehmen kann, werden Jahrzehnte vergehen. Ein Vor-Ort-Termin mit der Naturschutzbehörde soll nun klären, welche Optionen noch bleiben.

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