Mehrgenerationenhaus Rück II in Waldbronn – ein dickes Brett

Eine Wohn- und Begegnungsstäte für verschiedene Generationen soll auf dem gemeindeeigenen Grundstück H im neuen Baugebiet Rück II entstehen. In das Gebäude integriert wird ein Kindergarten für 120 Kinder in 6 Gruppen, der nach der Fertigstellung des Gebäudes durch die Gemeinde gemietet werden soll.  In die Planungen eingeflossen sind im Vorfeld die durch Workshops und Fragebogenaktionen ermittelten Wünsche und Vorstellungen aus der Bevölkerung. Jetzt geht es darum, den richtigen Investor für das Vorhaben zu finden. Tom Pilhofer von der Firma Rüdiger Kunst KommunalKonzept GmbH, die das Verfahren im Auftrag der Gemeinde betreut, stellte die weiteren Schritte vor. Demnach soll ein europaweit ausgeschriebener Teilnahmewettbewerb zunächst die für das Vorhaben geeignetsten Bewerber bzw. Bewerberinnen ermitteln. In einem zweiten Schritt werden die „besten“ drei zur Abgabe eines Angebots aufgefordert. Über die Angebote kann anschließend verhandelt werden, um sie eventuell noch besser auf die Bedürfnisse der Gemeinde zuzuschneiden. Die daraus resultierenden Endangebote werden mit einer Bewertungsmatrix beurteilt und verglichen, um so das beste Angebot herauszufinden. Bewertet werden mit unterschiedlicher Gewichtung der Kaufpreis, der Mietpreis für den Kindergarten, der Anteil bezahlbaren Wohnraums, das Nutzungskonzept, das Nachhaltigkeitskonzept und viele andere Kriterien. Wir halten diese Vorgehensweise – vor allem mit der Möglichkeit des Verhandelns – für gut geeignet, um zu einer tragfähigen Lösung zu kommen. In der Gemeinderatssitzung am 18.11. nahm die Diskussion um die vorgeschlagene Bewertungsmatrix viel Raum ein. Diese gab der Wohnraumbereitstellung mehr Gewicht als dem Kindergarten. Das hätte in Form höherer Mieten für den Kindergarten – hierfür wurde eine Bandbreite von 12,50 € – 20 € /m² angegeben – zum Nachteil für die Gemeinde werden können. Unser Gemeinderatskollege Hubert Kuderer (Aktive Bürger) schlug eine andere Gewichtung vor. Seine geänderte Bewertungsmatrix fand schließlich die Zustimmung des ganzen Gemeinderats. Unsere Frage, ob denn die Höhe der Miete für den Kindergarten angemessen sei, führte letztlich dazu, dass im Verfahrensleitfaden für das Vorhaben die Bandbreite der Miete für den Kindergarten auf 10 – 17 € /m² angepasst wurde. Außerdem sollen – nach einem Vorschlag von Hubert Kuderer – Förderungen, die der Investor eventuell für den Kindergarten erhält, angegeben und im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die Miete dargestellt werden. Das Projekt „Mehrgenerationenhaus“ ist mit dem Gemeinderatsbeschluss nun einen Schritt weiter. Hoffen wir auf gute Ergebnisse.

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren

Verwandte Artikel