Waldzustand in Waldbronn? Na ja!

Sehr viel zu tun hatte der Forst in der vergangenen Wirtschaftsperiode mit der Beseitigung von Schadholz. Durch Dürre, Borkenkäfer- und Pilzbefall waren viele Bäume so stark geschädigt, dass sie gefällt werden mussten. Der Forst hat diese „Zwangsnutzungen“ durch einen verminderten Hiebssatz kompensiert. Nach Aussagen von Forstamtsleiter Martin Mossmayer steht der Waldbronner Wald trotz dieser Schwierigkeiten gut da, weil er überwiegend jung ist (Sturm Lothar sei Dank) und sich auf Naturverjüngung stützen kann. Junge Bäume aus der Naturverjüngung könnten sich eher an sich verändernde Umweltbedingungen anpassen. Das stimmt sicher, heißt aber auch im Umkehrschluss, dass es in unserem Wald an Althölzern fehlt, die aus ökologischer Sicht besonders wertvoll sind. Dass diese in den kommenden Jahren geschont werden sollen, ist eine richtige Konsequenz, die wir nur begrüßen können. Der Waldbronner Wald ist nicht nur wegen seiner „Jugend“, sondern auch von seiner Artenzusammensetzung her ein gut aufgestellter Mischwald, von dem man auch eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel erwarten kann, erläuterte Martin Mossmayer in seinen Ausführungen zum Waldzustand. Es war von vorneherein klar, dass die Waldwirtschaft aufgrund der vielen Schäden keine schwarzen Zahlen mehr schreiben kann. Das Defizit von 29.100 € bewerten wir als moderat. In jüngster Vergangenheit konnte man lesen, dass der Holzmarkt in Deutschland so gut wie leergefegt ist, weil China, USA und Kanada im großen Stil hier Holz einkaufen. Auf unsere Frage, ob auch aus unserem Wald Holz nach China und Übersee geht, erhielten wir eine zustimmende Antwort. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass alle Fraktionen im Gemeinderat weiterhin Wert darauflegen, dass die ökologischen Gesichtspunkte und der Erholungswert unseres Waldes ihre Priorität vor der Wirtschaftlichkeit behalten.

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